Daimler Dieselskandal

Nach dem VW-Dieselskandal gerät nun auch Daimler wegen einem Dieselskandal immer stärker unter Druck. Erst am Dienstag hat der Stuttgarter Autobauer über drei Millionen Dieselfahrzeuge zurückgerufen. Dies sind nahezu alle Autos, die das Unternehmen innerhalb europäischer Grenzen mit den Abgasnormen Euro 5 und Euro 6 verkauft hat. Erfahren Sie hier alles Wissenswerte über den Daimler Dieselskandal, Ihre Ansprüche auf Schadensersatz und wie eine Rechtsschutzversicherung helfen kann. Ihre Rechte im Abgasskandal können Sie hier nachlesen.

Inwiefern gleicht der Abgasskandal dem VW-Dieselskandal?

Auf den ersten Blick mag es noch so aussehen, als ob der schwäbische Autokonzern Daimler den Dieselskandal vollkommen freiwillig bekanntgegeben hätte. Ebenso freiwillig soll Daimler auch rund 220 Mio. Euro für die Rückrufaktion ausgeben wollen. Kaum erwähnt bleibt, dass der Abgasskandal längst mit einer erzwungenen Untersuchung des amerikanischen Justizministeriums begann und einige Zeit später in einem Ermittlungsverfahren samt Razzia der Stuttgarter Staatsanwaltschaft mündete. Experten sehen zahlreiche Parallelen zum VW-Dieselskandal. Da wären zum einen die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen. Hierbei geht die Staatsanwaltschaft dem Verdacht nach, dass Kunden durch den Verkauf von Fahrzeugen mit manipulierter Abgassoftware seitens Mitarbeiter des Autobauers betrogen sein sollen. Doch während die Wolfsburger im VW-Dieselskandal neben dem Betrug auch die gezielte Irreführung der Behörden zugaben, macht Daimler in dieser Frage keine Zugeständnisse. Dennoch wird das Unternehmen in den USA wegen dem Dieselskandal vielfach zur Zahlung von Schadensersatz aufgefordert. Allerdings hat bis dato noch keine US-Behörde im Zusammenhang mit diesem Abgasskandal offiziell den Vorwurf erhoben, dass Daimler wie Volkswagen sowie Audi manipuliert habe.

Wie macht sich die vorgeworfene Manipulation bemerkbar?

Ein großer Unterschied zum VW-Dieselskandal ist auch darin zu sehen, dass Daimler wegen dem eigenen Abgasskandal noch keinen verpflichtenden Rückruf für seine Fahrzeuge in die Wege geleitet hat. Hieran ist dem Unternehmen auch sehr gelegen. Mit dem Verkehrsministerium hat sich die Unternehmensführung lediglich auf den freiwilligen Rückruf einiger Modelle verständigt. Im Fokus der Ermittlungsbehörden steht bei diesem Abgasskandal unter anderem das sogenannte Thermofenster, mit dem die Temperaturbereiche bezeichnet werden sollen, in welchen die Abgassreinigung nur eingeschränkt oder gar nicht funktioniert. In die Werkstätte wurden die Autos beordert, bei denen diese Bereiche zu groß ausfielen oder die Werte aufwiesen, die zum Teil über der deutschen Durchschnittstemperatur liegen. Damit möchte das Unternehmen sicherlich auch möglichen Forderungen auf Schadensersatz vorbeugen und Strafgeldern wie im VW-Dieselskandal vermeiden. Betroffene können ihre Rechtsschutzversicherung in Anspruch nehmen. So können Sie mit der Rechtsschutzversicherung auch auf Schadensersatz klagen.

Welche Fahrzeuge sind vom Daimler Dieselskandal betroffen?

Das Unternehmen sieht sich im losgetretenen Dieselskandal mit dem Vorwurf konfrontiert, etwa eine Million Autos manipuliert zu haben, welche mit zwei unterschiedlichen Dieselmotoren ausgestattet sind. Es dürfte sich bei diesem Abgasskandal um Dieselfahrzeuge handeln, welche von Aggregaten der Motorenfamilie OM 651 (Vierzylinder-Turbodiesel mit 1,8 oder 2,1-Litern-Hubraum) und OM 642 (V6-Turbodiesel mit 3-Liter-Hubraum) betrieben werden. Diese kommen vereinzelt in der Daimler A- bis S-Klasse vor. Ähnlich wie im VW-Dieselskandal, soll auch in der Software dieser Motoren eine Abschalteinrichtung vorhanden sein. Diese erkennt, ob sich das Fahrzeug im normalen Straßenverkehr bewegt oder auf dem Prüfstand ist. Lediglich im letzten Fall würden die Abgase so gereinigt werden, wie es die vorgeschriebenen Grenzwerte erlauben. Sofern die Gewährleistungsfrist noch nicht abgelaufen ist, dürfen Sie vom Händler die Rücknahme des Fahrzeugs verlangen. Alle anderen können Daimler direkt zur Rückzahlung des Kaufpreises auffordern – im Bedarfsfall auch unter Inanspruchnahme der Rechtsschutzversicherung.

Anspruch auf Schadensersatz mit Rechtsschutzversicherung durchsetzen

Die Rückrufaktion ist für Kunden kostenlos und wird vom Autohersteller per Schreiben in den nächsten Wochen angekündigt. Daraufhin können Sie mit einer Vertragswerkstatt des Unternehmens einen Termin vereinbaren. Etwa eine Stunde soll das Umprogrammieren der Motorelektronik in Anspruch nehmen. Trotz Rückruf bleiben Experten in puncto Daimler Dieselskandal aber skeptisch. Sie versprechen sich nichts von einem Software-Update. Viele sind der Ansicht, dass der Stickstoffausstoß lediglich im niedrigen einstelligen Prozentbereich zurückgehe und Bauteile der Abgasreinigung und des Motors schneller verschleißen könnten. Betroffene, die einen Anspruch auf Schadensersatz geltend machen wollen, sollten eine bestehende Rechtsschutzversicherung bemühen. Denn die Geltendmachung von Ansprüchen auf Schadensersatz sowie Entschädigung ist über die Vertragsbedingungen der Rechtsschutzversicherung ausdrücklich mitversichert.