Dritte myRight-Sammelklage: VW-Schadensersatz für 6.000 Verbraucher aus Slowenien

Dass Betroffene im Abgasskandal klagen können, wissen inzwischen viele Verbraucher. Welche Art der Klage ist aber optimal, um die Interessen von Verbrauchern zu vertreten und von VW Schadenersatz zu erhalten? 6.000 Dieselbesitzer in Slowenien haben sich für myRight entschieden und sich der inzwischen dritten myRight-Sammelklage gegen die Volkswagen AG angeschlossen.

Wie schon bei anderen Sammelklagen wird myRight von Hausfeld Rechtsanwälte LLP als prozessführende Kanzlei in Deutschland vertreten. Eine zentrale Rolle bei der Klage spielte auch die slowenische Verbraucherschutzorganisation Zveza potrošnikov Slovenije (ZPS). Die Verbraucherschützer starteten im September 2017 eine Informationskampagne zum Thema VW-Sammelklage. Über die Onlineplattform von myRight registrierten sich bis Januar 2018 über 6.000 Verbraucher als Klageinteressenten.

Kluges Klagemodell für Europas Verbraucher

„Dass in so kurzer Zeit eine so große Zahl der Klagenden zusammen gekommen ist, ist ein bemerkenswerter Erfolg, vor allem gemessen an der Zahl der betroffenen Dieselbesitzer in Slowenien. Dies ist ein weiterer Beleg dafür, dass unser Klagemodell nicht nur in Deutschland als die optimale Lösung wahrgenommen wird, um Ansprüche im Abgasskandal anzumelden“, sagt Jan-Eike Andresen, Leiter der Rechtsabteilung bei myRight. „Auch mit Blick auf die Diskussion um die Sammelklage auf EU-Ebene zeigt sich, dass es einen großen Bedarf an juristischen Instrumenten gibt, mit denen Verbraucher auf Augenhöhe Ansprüche gegen Konzerne anmelden können.“

Der am 29. März eingereichte Schriftsatz ist die dritte Sammelklage gegen VW, mit der die Rechte der europäischen Verbraucher im Abgasskandal durchgesetzt werden. Vorausgegangen sind eine myRight-Sammelklage von 15.000 deutschen Verbrauchern im November 2017 und eine von 2.000 Dieselkunden in der Schweiz im Dezember 2017.

Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit

„Die Klage ist ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit eines Legal Tech-Unternehmens, einer erfahrenen Kanzlei und einer Verbraucherschutzorganisation wie dem slowenischen Verbraucherschutzverband ZPS“, sagt ZpS-Verbandspräsidentin Breda Kutin. „Indem wir ein kluges Klagemodell nutzen, können wir die Ansprüche von Tausenden von Verbrauchern effektiv und kraftvoll gegenüber großen Konzernen wie Volkswagen anmelden“,

Dabei gehen die VW-Kunden in Slowenien bei einer myRight-Sammelklage kein Kostenrisiko ein, um VW Schadenersatz zu erhalten. Nur im Erfolgsfall erhält financialright eine Provision, übernimmt aber in jedem Fall die Anwalts- und Gerichtskosten.

Die Klage wurde vor dem Landgericht Braunschweig eingereicht, weil dieses Gericht für den Standort der Beklagten Volkswagen AG zuständig ist. Geurteilt wird dann nach slowenischem Recht. Neben Hausfeld war auch die slowenische Anwaltskanzlei Kanzlei KBP – Odvetniška družba Kavčič, Bračun in partnerji – in Ljubljana an der Ausarbeitung der Klageschrift beteiligt.

Noch sind in Deutschland weitere Klagen gegen VW möglich

Während in Slowenien nun aufgrund von Verjährungsfristen keine weiteren VW-Klagen mehr möglich sind, können Dieselbesitzer in Deutschland auch weiterhin Ansprüche gegen Volkswagen anmelden. „Die Behauptung von VW, dass es keinen Rechtsanspruch für die Kunden in Deutschland gibt, ist durch die Gerichte mehr als einhundert Mal widerlegt worden“, sagt Jan-Eike Andresen. „Es lohnt sich, gegen VW vor Gericht zu ziehen, denn die Chancen stehen sehr gut, sein Geld zurückzuerhalten und den Betrugsdiesel zurückzugeben.“
Für VW-Kunden mit Rechtsschutzversicherung bietet myRight Einzelverfahren gegen VW an. Wer über keine Rechtsschutzversicherung verfügt, kann sich der myRight-Sammelklage anschließen. In jedem Fall können Verbraucher ihre Ansprüche ohne Kostenrisiko vor Gericht bringen, um von VW Schadenersatz zu erhalten.

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