Gemeinsam VW verklagen – Logistikverbände und myRight schmieden Allianz

VW verklagen? Das ist inzwischen auch für Verbandsvertreter und Unternehmer ein Thema, weil auch diese – wie viele Verbraucher – vom Verhalten von VW im Abgasskandal enttäuscht sind.

Gestern haben wir in Frankfurt Details zu unserer Zusammenarbeit mit Unternehmensverbänden zum Thema VW-Klage im Abgasskandal vorgestellt. Die Spitzenverbände des Transport- und Logistikgewerbes bieten ihren Mitgliedsunternehmen und deren Mitarbeitern die Möglichkeit, mit Hilfe von myRight Schadensersatzansprüche im Rahmen des Diesel-Skandals gegen VW und andere Pkw-Hersteller geltend zu machen. Vier Verbände – Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V., der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V., der Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) e.V. und der DSLV – Deutscher Speditions- und Logistikverband e. V. haben dafür eine gemeinsame „Verbandslösung im Diesel-Skandal“ erarbeitet. Kern ist die Zusammenarbeit mit myRight. Über unsere Online-Plattform können Schadensersatzansprüche gegen VW gebündelt, und Verfahren auf Augenhöhe mit den Konzernen geführt werden können. Und das Ganze ohne jegliches Prozess- und Kostenrisiko für die Anspruchsteller.

12.000 Unternehmen mit mehr als 500.000 Mitarbeitern

Insgesamt vertreten die vier Bundesverbände ca. 12.000 Mitgliedsunternehmen mit insgesamt weit mehr als einer halbe Millionen Mitarbeitern. Entsprechend groß war das mediale Interesse – etwa an Interviews mit myRight-Mitgründer Jan-Eike Andresen und Christopher Rother von der Kanzlei Hausfeld.

VW verklagen mit myRight – das empfehlen Unternehmensverbände. Im Gespräch Jan-Eike Andresen von myRight

Christopher Rother von der Kanzlei Hausfeld im Gespräch mit Medienvertretern zur „Verbandslösung im Diesel-Skandal“

BGL-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Dirk Engelhardt stellte gemeinsamen mit den Partnerverbänden AMÖ, BWVL und DSLV heute in Frankfurt am Main der Presse sowie Vertretern weiterer Unternehmensverbände die beiden Klagemodelle vor. Auslöser für die Initiative sind die immer deutlicher spürbaren Auswirkungen des Diesel-Skandals auf betroffene Mitgliedsunternehmen: Dabei geht es in erster Linie um den Wertverlust durch abstürzende Wiederverkaufswerte aufgrund drohender Zwangsstillegungen und Fahrverbote. Vor allem kleineren und mittelständischen Unternehmen fehlt bisher die Möglichkeit, Ansprüche im Abgasskandal gegen VW anzumelden.

„Ebenso haben die Unternehmensverbände zur Kenntnis genommen, dass die Hersteller der manipulierten Pkw nach wie vor den Betroffenen keinen Schadensersatz auf freiwilliger Basis leisten wollen“, heißt es in einer Erklärung der Verbände.

Optimale Lösung für Verbandsmitglieder

Betroffene Mitgliedsunternehmen können jetzt ihre Ansprüche gegen die Pkw-Hersteller über den Rechtsdienstleister myRight anmelden und danach entweder mit einer Rechtsschutzversicherung ein Einzelverfahren anstrengen oder an einer Sammelklage teilnehmen. Einzelfahrzeuge werden dafür über unsere Online-Plattform myRight.de angemeldet, Fuhrparks ab 20 Fahrzeugen über die Online-Plattform flotten.myright.de. Der myRight-Kostenschutz garantiert, dass Betroffene in jedem Fall ohne eigenes finanzielles Risiko klagen. Bei Einzelverfahren zahlt die Rechtsschutzversicherung, bei myRight-Sammelklagen übernimmt myRight die Kosten; dann fällt lediglich eine Erfolgsprovision an.

VW verklagen: Unternehmer sollten ihre Mitarbeiter informieren

Die „Verbandslösung im Diesel-Skandal“ umfasst auch das Angebot an die Mitarbeiter der Mitgliedsunternehmen, ihre Ansprüche anzumelden, falls sie vom Diesel-Skandal betroffen sind. Unternehmer können ihre Mitarbeiter mit Hilfe von Flyern und Aushängen informieren, die den Unternehmen auf Wunsch zugeschickt werden. So können beispielsweise Poster im A3-Format für den Aushang an den Schwarzen Brettern in den Betrieben unter presse@myright.de kostenfrei bestellt werden.

Anmeldefristen Ende Mai und Ende Juni

Allerdings sollte man beim VW verklagen nicht mehr lange warten, denn die Verjährung der Ansprüche droht. Anmeldeschluss im Zuge dieser Kooperation für die myRight-Sammelklage für bar finanzierte Einzelfahrzeuge ist der 30.06.2018. Anmeldeschluss für die myRight-Sammelklage für Fahrzeuge aus Bank- oder Leasingfinanzierung ist der 31.05.2018. Für Einzelverfahren mit Rechtsschutzversicherung sind Anmeldetermine nach Absprache möglich.

Mit Hilfe von myRight haben schon etliche Verbraucher erfolgreich Einzelverfahren geführt. Eine erste Sammelklage im Namen von 15.000 Klägern hat myRight im November 2017 vor dem Landgericht Braunschweig eingereicht. Ziel ist es, für die Betroffenen den Kaufpreis zurückzuerhalten und die Rückgabe der manipulierten Dieselfahrzeuge an VW zu erzwingen. „Dank der Verbandsinitiative werden nun auch Unternehmen in optimaler Weise in die Lage versetzt, von den Vorteilen der Schadensersatzdurchsetzung über myRight zu profitieren“, erklären die beteiligten Verbände.

Wer klagt, hat gute Aussichten auf Erfolg

Die Aussichten für Verbandsmitglieder, die Fahrzeuge aus dem Unternehmensfuhrpark oder privat genutzte Autos anmelden, sind im Falle eine Klage hervorragend, erklärt Dr. Jan-Eike Andresen, Leiter der Rechtsabteilung von myRight. „Die Rechtslage ist eindeutig. Auch wenn VW etwas anderes behauptet, haben die Betroffenen im Diesel-Skandal ein Recht auf Schadensersatz. In mehr als hundert Gerichtsurteilen haben Betroffene im Diesel-Skandal inzwischen Recht bekommen, wenn sie gegen die Hersteller vor Gericht gezogen sind.“

Die vier Spitzenverbände sind sich einig: „Wir begrüßen, dass wir mit dem Rechtsdienstleister myRight, der Kanzlei Hausfeld Rechtsanwälte LLP und dem Prozessfinanzierer Burford Capital die schon aus dem Lkw-Kartell-Klageverfahren bewährten Partner gewinnen konnten, die es unseren Mitgliedsunternehmen ermöglichen, ihre Ansprüche in einer starken Gemeinschaft vertreten zu lassen.“

Zu der Infoveranstaltung waren auch zahlreiche Vertreter weiterer Unternehmensverbände erschienen, um sich über die Klagemodelle zu informieren. Auch diese Verbände können ihren Mitgliedsunternehmen und deren Mitarbeitern das Info-Material über die Möglichkeit, Schadensersatz im Diesel-Skandal zu erhalten, zur Verfügung stellen.