VW-Hauptversammlung: Weiter nur warme Worte aus Wolfsburg

VW will „anständiger“ werden, aber von Schadensersatz im Abgasskandal weiter nichts wissen. Der ehemalige VW-Chef Martin Winterkorn wird wohl vorerst keinen Urlaub mehr im Ausland machen, und Abgasskandal sowie Klagen gegen VW werden weiter totgeschwiegen. So lassen sich die Meldungen rund um die gestrige Jahreshauptversammlung des VW-Konzerns zusammenfassen.

Im Abgasskandal hat die US-Justiz erstmals Anklage gegen den früheren VW-Vorstandsvorsitzenden erhoben. Diese Meldung überschattete gestern die Jahreshauptversammlung des VW-Konzern, bei der der neue Mann an der Spitze, Herbert Diess verkündete, VW müsse „ehrlicher, offener, wahrhaftiger, in einem Wort: anständiger werden“. Dazu soll ein internes Hinweisgeber-System ausgebaut werden, das der Unternehmensführung Hinweise auf Fehlverhalten liefert.

Whistleblower ersetzen keine Klagen gegen VW

Ob dies wirklich dazu beiträgt, dass VW ein anderes Unternehmen wird, ist allerdings zweifelhaft. Denn zumindest die US-Ermittler gehen davon aus, dass die VW-Spitzenmanager durchaus über die Abgasmanipulationen im Bilde waren. VW versucht hartnäckig den Eindruck zu erwecken, eine kleine Riege aus Ingenieuren in Verschwörermanier die Schummeldiesel manipuliert haben. Dass nun Martin Winterkorn Verschwörung, Betrug, Irreführung von Behörden und Kunden sowie Verstöße gegen US-Umweltgesetze vorgeworfen werden, deutet darauf hin, dass die VW-Spitze alles andere als unwissend war. Weswegen auch ein neues Whistleblower-System VW nicht zu einem anderen Unternehmen macht. Umdenken werden die Manager wohl erst, wenn es weh tut, und eine große Zahl von Klagen gegen VW das Unternehmen vor Gericht zwingt, sich an das Gesetz zu halten.

Denn: Von Schadensersatz oder Widergutmachung für die Betroffenen des Abgasskandals war gestern keine Rede. Auch für Hardware-Nachrüstungen will der Konzern nicht zahlen. Trotz des neuen Mannes an der Spitze hat kein Betroffener außer warmen Worten etwas von VW zu erwarten. Daher raten wir jedem Betroffenen, selbst aktiv zu werden – mit einer Klage gegen VW.

Finanztip-Experte rät zur VW-Klage

Die Erfolgsaussichten so einer Klage sind gut. „Wer eine Rechtsschutzversicherung hat und sich betrogen fühlt, der sollte das auch tun“, sagt etwa „Finanztip“-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen zur VW-Klage. Er rät dazu, bis spätestens zur Jahresmitte aktiv zu werden, um zu verhindern, dass sich VW in die Verjährung rettet.

Entsprechende Einzelverfahren kann jeder Betroffene mit Hilfe von myRight seriös und fristgerecht führen – eine Anmeldung auf unserer Homepage genügt. Doch auch wer keine Rechtsschutzversicherung hat, muss den VW-Schaden nicht klaglos hinnehmen. Die myRight-Sammelklage ermöglicht allen Betroffenen eine VW-Klage ohne Kostenrisiko. Auch hierfür ist der erste Schritt die Anmeldung auf unserer Webseite.

Ermittlungen helfen auch den myRight-Kunden

Übrigens: Insgesamt ist mit der Anklage von Ex-VW-Vorstand Martin Winterkorn in den USA ein ganz wichtiger Schritt für erfolgreiche Verfahren im Abgasskandal gegen VW getan. Denn in fast allen Verfahren von geprellten Autokäufern ist die Frage, ob der VW-Konzern „vorsätzlich sittenwidrig geschädigt“, hat und damit, ob der damalige VW-Vorstand von den Motormanipulationen wusste.

Das Problem: Den Nachweis, dass der VW-Vorstand und damit Martin Winterkorn von den Abgastricksereien wusste, muss vom betroffenen Autokäufer vor Gericht erbracht werden. Dieser Nachweis wird jetzt deutlich leichter fallen, weil die US-Ankläger minutiös die Behandlung der Abgastricksereien auf Vorstandsebene nachweisen. myRight.de hat bereits für seine Kunden über die US-Kanzlei Hausfeld Einsicht in die US-Verfahrensunterlagen nach U.S.C. 1782 verlangt und wird diese Unterlagen bald in die Sammelklagen in Deutschland einführen.

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