Autounfall und die Versicherung zahlt nicht

Was tun, wenn die Versicherung nicht zahlt

Das Konzept von Versicherungen ist genial. Diese buchen Geld ab, ohne auf den ersten Blick sofort eine Gegenleistung zu erbringen. Und wenn Sie in einen Autounfall verwickelt werden, möchte die Versicherung aufgrund fadenscheiniger Argumente nicht bezahlen. Wir zeigen Ihnen, was zu tun ist, wenn die Versicherung nicht zahlt, wie Sie bei Problemen mit einer Versicherung vorgehen. Es gibt viele Stolperstricke, durch die die Auszahlung der Versicherungssumme in weite Ferne rückt. Vermeiden Sie diese!

Tipp Nummer eins – nach Autounfall parteiische Gutachter abweisen

Wenn Sie in einen Unfall verwickelt wurden, wird Ihnen die Versicherung anbieten, einen KfZ Gutachter zur Schadensschätzung vorbeizuschicken. Denken Sie daran, dass die gegnerische Versicherung den Schaden so gering wie nur möglich halten möchte. Deshalb wird sie Ihnen einen Gutachter vorbeischicken, der nicht in Ihrem Interesse, sondern im Interesse der Versicherung handelt. Die Schätzungen des Fahrzeugrestwerts etwa oft auffallend niedrig – ein Schelm, wer dabei Böses denkt. Es ist relativ einfach: Gutachter, die von einer Versicherung beauftragt werden, sind an Folgeaufträgen interessiert. Deshalb werden sie die Schätzung im Zweifelsfall zu Gunsten ihres Auftraggebers auslegen. Entscheiden Sie sich daher für einen unabhängigen Sachverständigen. Die Kosten der Beauftragung müssen von der gegnerischen Haftpflichtversicherung übernommen werden. Diese kann ihren eigenen Gutachter zwar zusätzlich schicken, aber auf eigene Kosten. Außerdem liegt Ihnen nun die Einschätzung eines unvoreingenommenen und unabhängigen Sachverständigen vor.

Tipp Nummer zwei – nach Autounfall Rechtsanwalt beauftragen

Wer in einen Autounfall verwickelt wurde, sollte diesen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wer sich in Widersprüchen verfängt, aus Versehen Beweise vernichtet oder auf unseriöse Vergleiche eingeht, riskiert viel schnell Geld. Wenn die Versicherung nach vier bis fünf Wochen immer noch nicht bezahlt hat, sollte unbedingt ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden. Dieser kennt die Verschleppungstaktiken der Versicherungen und wird wesentlich ernster genommen als eine Privatperson. Sachbearbeiter bei Versicherungen sind Fachleute und wissen, welche Kosten ihnen ein Rechtsanwalt verursachen kann. Deshalb werden sie sich wesentlich schneller auf einen Vergleich oder eine Bezahlung der Versicherungssumme einlassen, wenn ihnen ein Rechtsanwalt gegenüber steht. Rechtsanwälte befassen sich täglich mit Autounfällen und können eine schnelle Beendigung von Streitigkeiten herbeiführen.

Tipp Nummer drei – nach einem Autounfall ehrlich bleiben

Wer nach einem Autounfall mit einer Versicherung kommuniziert, sollte nur soviel wie unbedingt nötig schreiben. Versicherungen suchen in ihren E-Mails und Briefen nach Widersprüchen. Sie sollten auf keinen Fall lügen, denn dann riskieren Sie Ihren Versicherungsschutz. Denken Sie daran, dass viele Versicherungsunternehmen in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen Ausschlussklauseln integriert haben. Sie müssen den Schaden zumeist innerhalb einer Woche melden. Ansonsten muss die Kfz-Versicherung den Schaden nicht mehr begleichen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte noch am Unfalltag einen Rechtsanwalt beauftragen. Dieser weiss, wie bei einem Autounfall vorzugehen ist.

Sie sollten sich auf keinen Fall mit einem unseriösen Vergleich zufrieden geben. Viele Angebote, die auf den ersten Blick fair zu sein scheinen, entpuppen sich im Nachhinein als äußerst ungünstig.

Bagatellschäden nach einem Autounfall selbst bezahlen

Egal, wie sehr Sie nach einem Verkehrsunfall unter Schock stehen: Bewahren Sie einen kühlen Kopf. Es hilft Ihnen nicht, wenn Sie den Empfehlungen der Versicherung vorbehaltlos folgen. Wir empfehlen Ihnen, sich einen Rechtsanwalt zu nehmen. Dies lohnt sich aber nur dann, wenn es sich um einen Personen- oder größeren Blechschaden handelt. Bei Bagatellschäden empfiehlt sich oftmals sogar eine Reparatur aus eigener Tasche. Denn dann behalten Sie Ihre Schadenfreiheitsklasse.

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